Was bedeutet VAT Compliance ?

Aus Sicht der Finanzbehörden ist Ihr Unternehmen demnach „compliant“, wenn es alle relevanten Geschäftsprozesse umsatzsteuerlich ordnungsgemäß würdigt und seinen Steuerpflichten korrekt nachkommt. Im Idealfall verhalten Sie sich also stets gesetzeskonform und kommen für jeden Geschäftsvorfall zu den umsatzsteuerlich richtigen Einschätzungen, Belegen, Buchungen, Steuererklärungen und letztlich natürlich Steuerzahlungen.

Umsatzsteuer im Unternehmen – ein Zielkonflikt

Ehrliche Unternehmen haben den Anspruch, ihre Umsatzsteuern nach bestem Wissen und Gewissen korrekt handzuhaben und zu erklären. Grundsätzlich ist die Umsatzsteuer dem Konzept nach kostenneutral für Unternehmen, womit auch alle Anreize für Ausweich- und Minimierungsversuche („Steuersparmodelle“) entfallen.

Die Kostenneutralität gilt jedoch nicht für die Administration der Umsatzsteuer, die sehr wohl mit direkten Kosten verbunden ist und zudem erhebliche Risiken birgt. Die kaufmännische Sorgfalt gebietet, diese Aufwände so niedrig wie möglich zu halten. Dies schon, um im Sinne des eigentlichen Unternehmenszweckes wettbewerbsfähig zu bleiben.

Einsparungsziele bei der Anwendung der Umsatzsteuer stehen jedoch im Konflikt mit Compliancezielen. Falsch eingesparte Ausgaben erhöhen direkt das Risiko von Nachzahlungen und Strafen. Inzwischen fallen auch immer mehr die möglichen Reputationsverluste [1] für Unternehmen ins Gewicht.


Wie groß ist Ihr Konflikt?

Der Zielkonflikt, gleichzeitig rechtskonform und wirtschaftlich zu sein, gilt im Kern für alle Unternehmen. Davon betroffen sind nicht nur Geschäftsbereiche mit umsatzsteuerlichen Sonder- und Ausnahmeregelungen, wie zum Beispiel die Baubranche oder der Metallhandel. Schmerzhaft zu Tage treten kann er bei allen Unternehmen, wenn bestimmte verstärkende Faktoren wirken.

Beispielsweise kann eine Geschäftstätigkeit im Bereich ausländischer Steuergesetzgebungen, für die sich ein Unternehmen ggf. sogar umsatzsteuerlich zu registrieren hat, die Komplexität in die Höhe treiben. Gibt es zusätzlich ein hohes Fallaufkommen, wie es für das Massengeschäft Umsatzsteuer nicht selten ist, entstehen schnell signifikante Aufwände und Risiken. Jede Änderung an Geschäftsmodell, Aufbauorganisation oder auch Supply Chain kann dann plötzlich zum Tropfen werden, der das Fass überlaufen lässt - Fehler passieren, möglicherweise sogar zunächst unbemerkt.

Diese Art von Instabilität ist schlecht, weil sie Innovation und geschäftliche Agilität von innen heraus bremst. Richtig gehend kritisch wird es jedoch, wenn durch Gesetzesänderungen, Anwendungserlasse und Urteile die Rechtskonformität von außen gestört wird. Was heute korrekt ist, kann morgen plötzlich ein Straftatbestand sein. Dies ist ein reales Risiko, auf das jedes Unternehmen schnell reagieren können muss.

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